19/02/09 - Fritz-Henßler-Haus, Dortmund...

...oder: Vor- und Nachteile eines Abends in einer Rockband

Es ist tatsächlich eine Weile her, dass wir als Monty burns Band ein Konzert gegeben haben. Ersparen wir uns das Gejammer von zeitraubenden CD Vorproduktionen und Kreativlosigkeit bei Vollzeitarbeit und steigen direkt in die objektive Betrachtung des oben genannten Abends ein.

Fakt: Ein Rockkonzert im Februar (Weiberfastnacht) spielen

Vorteile: Wenn man ehrlich ist, so hat man an einem Donnerstagabend relativ wenig wirklich Wichtiges zu tun und kann ruhig mal auf ein Konzert gehen. Nirgends wird gegrillt, es steigen keine fetten Feierlichkeiten und man verbringt seine Zeit selten am Pool, im Stadtpark, auf dem Balkon, oder in gut gelaunten Gesellschaften.

Nachteile: Bei einem prüfenden Blick aus der Glasfensterfront kann man mit Schrecken erkennen, dass es Rotz und Wasser schneit. Schwitzend ruft man sich die mahnenden Worte des Mechanikers und der zeternden Mutter in das Gedächtnis: „Junge, zieh die Winterpellen auf!“ Des Weiteren gefährdet man seine Gesundheit beim vor der Tür RAUCHEN nicht nur noch durch Lungenverpestung, sondern lässt selbige aufgrund von polarer Zugluft präkollabieren.

Fakt: Man setzt voraus, dass der Veranstalter einen Masterplan hat

Vorteile: Es stellt sich ein allgemeiner Entspannungszustand ein.

Nachteile: Man erscheint vor Ort, wirft einen Blick auf den Ablaufplan und muss feststellen, dass entgegen der rudimentären Vorabsprachen eine dritte Band an Bord ist und man weder Sound- noch Linecheck zur Verfügung hat.

Resultat: Der anfängliche Entspannungszustand weicht einem hektischen Kabelwirrwarr und man kann mit Sicherheit sagen, dass man einen höllisch schlechten Sound haben wird. Wenn einem beim ersten „gesungenen“ Fragment des Bassmanns der eigene Monitorklang durch die Gehörgänge feuert weiß man, dass der ein oder andere Regler am augenscheinlich teuren Mischpult doch besser intensiv hätte eingestellt werden müssen. Dazu die mittlerweile routiniert ertragenen panischen Blicke der Monty burns Ersthörerschaft und eine sich bis nach dem vierten Lied zementartig haltende Frage nach: „Was zur Hölle pfeift denn da immer zu?“.

Fakt: Drei statt zwei Bands

Vorteile: Man lernt nette Schweizer der Band „groombridge“ kennen und wundert sich über das Engagement mit fünf Personen sechs Monate lang in einem Wohnwagen zu leben und zu touren. Ihrem Sound hat es nicht geschadet und ich kann mit Gewissheit hinaus posaunen, dass „groombridge“ unter den TOP3 meiner bisher persönlichen kennen gelernten Bands stehen. Um die anderen Plätze streiten sich übrigens „linkwork“ und „schirrasseck-west“ ;-)

Nachteile: Deutlich weniger Backstagebier, belegte Brötchen und Auftrittszeit. Dazu das Eingeständnis, dass man weder reif für ein pre-Rockstarleben, noch einen Majordeal ist…

Wir drücken den Jungs jedenfalls die Daumen und hoffen, dass die Dortmunder Kripo die Person(en) findet, welche während des Auftritts die Scheibe des Schweizer Tourbusses eingeschlagen und ein Mikroset entwendet hat / haben.

Fakt: Bandmitglied wird von Schweizer Jungmusikern mit Profifußballer verglichen

Vorteil: Ein von Herzen kommender Lacher.

Nachteile: Der Boxer wird nun seit dem 19.02.2009 nicht mehr nur noch als „der Boxer, BoxA, Boxdadabox, boxibaby, boxbär und bigbadbox³“ gerufen, sondern mit frenetischen: „Chappy, Chappy, Chappy, Chapuisat“ Gesängen gefeiert. Ich persönlich finde allerdings nicht, dass Tobias Ludwig eine optische Ähnlichkeit mit Stephane Chapuisat hat. Obwohl die Beinarbeit… Ach, lassen wir das!

Fakt: Du spielt ein Konzert und der Edelfan ist erstmals nicht dabei

Vorteil: Ein Platz auf der Gästeliste wird frei.

Nachteil: Du musst Dir eingestehen, dass dieser Platz unbesetzt bleiben wird.

Aber Ulli, jetzt mal unter uns: „Wo bist Du in Gottes Namen gewesen????“ Man macht sich doch auch Sorgen…

Fakt: Die Summe der Einzelmusiker von Monty burns genoss ein gute Erziehung

Vorteil: Jedes Bandmitglied hat wenigstens theoretische Chancen bei Frauen.

Nachteile: Du wirst benutzt, ungerecht behandelt, mit Füßen getreten, durch den Schlamm gezogen und emotional misshandelt. Oder jedenfalls so ähnlich.

Nach, wie bereits beschrieben, ja KEINEM SOUND-ODER LINECHECK, einem verspäteten Konzertbeginn und nicht eingehaltenen Absprachen tritt nach ca. 30 Minuten ein kleines Männlein vor die Bühne und weist darauf hin, dass das jetzt der letzte Song sein muss, damit die Hauptband noch Spielzeit nutzen kann. Klar, wir wollen alle irgendwann nach Hause, aber 30min statt abgesprochener 45min? Wo sind diese verdammten Botschafter, wenn man sie braucht? Ganze vier Lieder (alles natürlich Oberkracher) von der Setliste konnten wir nicht in die ausgelassen feiernde Menge braten und erstmals keine peinliche Stille nach einem „offiziell“ letzten Lied und der ja „nicht abgesprochenen und schon gar nicht geprobten Zugabe“ entstehen lassen. Sollten wir Bandmitglieder jemals eigene Kinder bekommen, so werden wir sie keinesfalls „Fritz“ nennen! Obwohl ich persönlich Fritz Königsfeld ganz weit vorne fände…

Wie auch immer. Checkt die Pages von den engagierten Skispringern von „groombridge“ und den emsigen „The Roughtones“, grüßt Ulli von uns und lasst Euch nicht von den ganzen Eierfeilen da draußen das Leben schwieriger machen, als es auch ohne Rockmusik schon ist…

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tba.